Wenn Gletscher tauen: Neue Inseln in der Arktis

Gletscher auf Spitzbergen ziehen sich immer mehr zurück und legen neues Land, oder neue Fjorde

Spitzbergen ist die grösste und einzig permanent bewohnte Insel des Svalbard Archipels. Sie wird sich in den nächsten Jahrzehnten in zwei Teile splitten, sagen polnische Forscher voraus. Radaruntersuchungen im Gebiet der Gletscher Hambergbreen und Hornsundbreen haben ergeben, dass das Gletscherbett unterhalb des Meeresspiegels liegt. Tauen die Gletscher vollständig ab bleibt eine Meeresenge zurück und die südliche Spitze wird zur neuen Insel.

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Meereis-Bedeckung 2019: Die Fakten

Definitionsgemäß werden Regionen mit einer Meereiskonzentration von über 15 Prozent als

Lange in diesem Jahr schien es, als würde ein Minimalrekord erreicht: Von Ende März bis Mitte August war die eisbedeckte Fläche des Arktischen Ozeans kleiner als jemals zum entsprechenden Zeitpunkt seit 1979, dem Beginn von kontinuierlichen Satellitenbeobachtungen. Doch seit der zweiten Augusthälfte verlangsamte sich die saisonale Abnahme etwas. Somit wird der absolute Minimalwert aus dem September 2012 wohl nicht erreicht. Das legt auch eine Karte nahe, die das Alfred-Wegener-Institut auf Grundlage von Daten des meereisportals.de am 24. September veröffentlicht hat. Sie zeigt die Differenz der Eiskante vom 22. September 2019 im Vergleich zum Monatsmittel des Septembers 2012. Demnach ist in fast allen Bereichen der Arktis die Meereisausdehnung größer als damals, Ausnahmen sind nur die südliche Grönlandsee und die nördliche Laptewsee.

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Große Eisbewegungen fördern Methanaustritt am Meeresboden

Teil eines Bohrkerns vom Vestnesa-Rücken mit gut sichtbarem Seep-Karbonat.Foto: MARUM – Zentrum

Wenn sich in der Arktis die Eisdicke an Land im Laufe der letzten 160 000 Jahre stark veränderte, so kam es am Meeresboden entlang des Kontinentalrandes westlich von Spitzbergen verstärkt zur Emission von Methan. Das hat ein Team von Forschern aus Norwegen, Großbritannien, Estland und Deutschland anhand von Bohrkern-Analysen herausgefunden. Offensichtlich aktivieren große Eisbewegungen Verwerfungen in der Erdkruste, so dass es am Meeresboden verstärkt zu Methanleckagen kommt. Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas und 25-mal so klimawirksam wie Kohlendioxid (CO2). Die Wissenschaftler berichten in einer aktuellen Studie in der Zeitschrift „Science Advances“ über ihre Arbeit. „Unsere Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen sich ändernden kontinentalen Eismengen und Tiefsee-Methanemissionen in der Arktis“, resümiert der Erstautor Dr. Tobias Himmler vom Norwegischen Geologischen Dienst (NGU).

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Duftende Arktis

Forscher der Universität Kopenhagen nutzen für ihre Untersuchungen in Abisko, Schweden,

Der Duft, der von Pflanzen ausgeht, beruht auf einer Mischung kleiner Moleküle, die leicht verdunsten. Diese Duftstoffe ziehen Insekten an oder – im Gegenteil – vertreiben sie. Zugleich beeinflussen sie erheblich die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Atmosphäre sowie das Klima. Forscher der Universität Kopenhagen haben untersucht, wie sich die Klimaerwärmung und eine dadurch erhöhte Aktivität der Insekten darauf auswirkt, wie viel flüchtige Duftstoffe die Pflanzen in der Arktis freisetzen. Ihre Ergebnisse haben sie in der angesehenen Fachzeitschrift Nature Plants veröffentlicht. Demnach werden sich die pflanzlichen Emissionen unerwartet deutlich erhöhen. Der Grund: Insekten werden durch Fraß das Blattwerk vermehrt schädigen – und die Pflanzen werden auf diesen Stress mit einem verstärkten Ausstoß von flüchtigen Subtanzen reagieren.

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Die Routen der Inuit

Inuit benutzen häufig Motorschlitten. Die Witterungsverhältnisse, insbesondere die Temperatur,

Die Klimaerwärmung in der Arktis bedroht die Routen, auf denen sich die Inuit beispielsweise zwischen ihren Siedlungen oder beim Jagen und Fischen bewegen. Viele dieser Routen sind – abhängig von Jahreszeit und Wetter – nur zeitweilig zu benutzen und verlaufen über Meereis, Meerwasser, Land, Seen und Flüsse. Ein internationales Forscherteam fand nun heraus, dass die Klimaerwärmung die Nutzbarkeit dieser Routen durch die Inuit weniger beeinträchtigt als befürchtet.

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Algen und Bakterien bilden Dünger im Arktischen Ozean

Das Packeis im Arktischen Ozean ist ein echter Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Algen.

Wissenschaftler haben gezeigt, dass die Partnerschaft zwischen Algen und Bakterien Stickstoff im arktischen Ozean neu verfügbar macht. Der mikrobielle Prozess der „Stickstofffixierung“ wandelt das Element in eine Form um, die Organismen verwenden können, und wurde kürzlich in den kalten polaren Gewässern entdeckt. Dies könnte eine Folge des Klimawandels sein und sich auf globale chemische Zyklen auswirken, heisst es in der veröffentlichten Studie.

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Grönlands Petermann-Gletscher formt neuen Rieseneisberg

Der Petermann-Gletscher im Nordwesten Grönlands hat in der Vergangenheit immer wieder grosse

Risse in der schwimmenden Eiszunge des Petermann-Gletschers im äussersten Nordwesten Grönlands deuten auf einen weiteren Abbruch eines grossen Eisberges hin. Wie Glaziologen des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in einer neuen Studie berichten, hat sich seit einem Eisberg-Abbruch im Jahr 2012 das Fliesstempo des Gletschers um durchschnittlich 10 Prozent erhöht, sodass in der Folgezeit neue Risse entstanden sind – ein durchaus natürlicher Vorgang. Modellsimulationen der Forscher zeigen jedoch: Sollten auch diese Eismassen abbrechen, wird sich der Petermann-Gletscher vermutlich weiter beschleunigen und mehr Eis ins Meer transportieren, mit entsprechenden Folgen für den globalen Meeresspiegel.

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Neue Pilzarten unter kanadischen Gletschern auf Ellesmere Island entdeckt

Die Insel Ellesmere liegt im äussersten Norden des kanadischen Arktis-Archipels. Die Insel ist

In der Arktis leben nicht nur die grossen Arten wie Eisbär, Walross oder Rentier. Viele der arktischen Bewohner sind klein und schwer zu entdecken. Dies gilt besonders für Arten, die an besonders schwer zugänglichen Lebensräumen vorkommen. Wegen des Klimawandels werden solche Habitate aber immer stärker exponiert. Dazu zählen vor allem Böden vor und unter Gletschern. Eine Forschergruppe aus Japan und Kanada hat nun zwei neue Pilzarten in Bodenproben von der Frontseite des Walker-Gletschers auf Ellesmere Island identifiziert. Dies zeigt, dass Leben auch unter enorm schwierigen Bedingungen gedeihen kann.

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Algen gedeihen prächtig unter grönländischem Meereis

Die Grönlandsee ist eine 1.2 Mio. Quadratkilometer grosse Wasserfläche, die ozeanographisch sehr

Die Grönlandsee, zwischen Grönland und Spitzbergen gelegen, ist eigentlich Teil des arktischen Ozeans. Im Winter ist sie grösstenteils von Meereis bedeckt und scheint eine weisse, lebensfeindliche Wüste. Doch einmal mehr trügt der Schein, denn unter der Wasseroberfläche gedeihen mikroskopische Algen n Hülle und Fülle. Eine internationale Forschungsgruppe hat nun herausgefunden, dass diese Algen die ozeanischen Ökosysteme mit Energie beliefern, und zwar in Etappen.

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Sibiriens Lärchenwälder und wie sie den hohen Norden eroberten

Die sibirische Taiga, die weite Teile des hohen Nordens Russlands ausmacht, ist von

Forschenden des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung ist es erstmals gelungen, die historische Entwicklung nordsibirischer Lärchenwälder in den zurückliegenden 9000 Jahren zu rekonstruieren. So konnten sie bestimmen, welche Faktoren die Verbreitungsgrenzen verschiedener Lärchenarten und damit auch die Kohlendioxid-Aufnahmekapazität der Wälder ausmachen - eine Frage mit unmittelbarer Relevanz für mögliche zukünftige Verschiebungen der Verbreitungsgebiete der Lärchen. Demnach entscheidet nicht die Lufttemperatur allein darüber, welche der drei sibirischen Lärchenarten in einer Region dominiert. Ausschlaggebender ist der biologische Wettbewerb zwischen den Arten, sowie die Frage, welche Art diese Fläche historisch als erste besiedelt hat. Die neue Studie erscheint heute im Fachmagazin „Scientific Reports“.

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